Neue Beschäftigungsstrategien jenseits von externer und interner Flexibilisierung
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0863-1808
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Berliner Journal für Soziologie, 2011, 21, 3, 363-381
Cite
TÜNTE, Markus, APITZSCH, Birgit, SHIRE, Karen A., Neue Beschäftigungsstrategien jenseits von externer und interner Flexibilisierung, Berliner Journal für Soziologie, 2011, 21, 3, 363-381 - https://hdl.handle.net/1814/20879
Abstract
Recent research about regular employment in core areas of high qualified service work in Germany yields contradictory findings about continuities and changes in employment stability. In addressing current debates about changing employment relations, this paper examines how organizational change and the role of customers in service work interact to shape employer demands for more flexible employment. The results of a qualitative study of employment practices in one branch of qualified service work, IT services, shows how clients’ intervention into the production process affects skill demand and firms’ use of flexible employment. At the same time, a pronounced client orientation precipitates the need for context-specific knowledge and stability of employment. The resulting employment strategies aim at developing long-term relations with free-lancers and other short-term workers. These new employment practices call into question the well-accepted distinction between internal and external forms of employment flexibility.
Die Beschäftigungsstabilität und die Möglichkeiten, hochqualifizierte Dienstleistungen extern zu flexibilisieren, werden in der gegenwärtigen Diskussion zum Arbeitsmarktwandel sehr gegensätzlich beurteilt. Anknüpfend an diese aktuelle Kontroverse analysieren wir das Wechselspiel zwischen Organisation und Kunden als integralen Bestandteil hochqualifzierter Dienstleistungen und arbeiten die Auswirkungen auf die Beschäftigung systematisch heraus. Die Ergebnisse unserer Untersuchung im Bereich der IT-Dienstleistungen zeigen, dass die kontinuierlichen Eingriffe des Kunden in den Prozess der Leistungserstellung einen sich ständig ändernden Kompetenzbedarf und damit erheblichen Flexibilisierungsbedarf auslösen. Gleichzeitig gewinnt das kunden- und organisationsspezifische Kontextwissen an Bedeutung und erfordert eine langfristige Stabilisierung von Beschäftigung. Die resultierenden widersprüchlichen Anforderungen an die betrieblichen Beschäftigungsstrategien stellen jedoch die etablierte Unterscheidung zwischen internen und externen Flexibilisierungsstrategien infrage und verweisen auf umfassende Versuche der Unternehmen, externe Beschäftigte wie freie Mitarbeiter langfristig zu binden.
Die Beschäftigungsstabilität und die Möglichkeiten, hochqualifizierte Dienstleistungen extern zu flexibilisieren, werden in der gegenwärtigen Diskussion zum Arbeitsmarktwandel sehr gegensätzlich beurteilt. Anknüpfend an diese aktuelle Kontroverse analysieren wir das Wechselspiel zwischen Organisation und Kunden als integralen Bestandteil hochqualifzierter Dienstleistungen und arbeiten die Auswirkungen auf die Beschäftigung systematisch heraus. Die Ergebnisse unserer Untersuchung im Bereich der IT-Dienstleistungen zeigen, dass die kontinuierlichen Eingriffe des Kunden in den Prozess der Leistungserstellung einen sich ständig ändernden Kompetenzbedarf und damit erheblichen Flexibilisierungsbedarf auslösen. Gleichzeitig gewinnt das kunden- und organisationsspezifische Kontextwissen an Bedeutung und erfordert eine langfristige Stabilisierung von Beschäftigung. Die resultierenden widersprüchlichen Anforderungen an die betrieblichen Beschäftigungsstrategien stellen jedoch die etablierte Unterscheidung zwischen internen und externen Flexibilisierungsstrategien infrage und verweisen auf umfassende Versuche der Unternehmen, externe Beschäftigte wie freie Mitarbeiter langfristig zu binden.
